DJK Schwarz-Weiss Neukölln 1920 e. V.

1. Herren: Weiter, immer weiter!

Weiter, Weiter immer weiter.

Mit dem Spruch von Oliver Kahn „Weiter, weiter immer weiter“ demonstrierte der damalige Bayern Torhüter eine unglaubliche Einstellung in einem Spiel gegen den HSV. Dieser Satz bleibt bis Heute jedem Fußball Fan in Erinnerung, ganz besonders den Schalkern.

Die Münchner sahen in ihrem Auswärtsspiel beim HSV wie die Verlierer um die Meisterschaft aus und die Schalker führten zeitgleich souverän in in ihrer Arena.

Oliver Kahn hingegen gab nicht auf, puschte die Mannschaft, feuerte sie an und gab alles und falls ihr euch noch daran erinnern könnt, auf Schalke war das Spiel bereits zu Ende. Alle fielen sich in die Arme, alle feierten ihre erste Meisterschaft mit den 04ern, bis es zu der besagten 94. Minute kam. Ein Indirekter Freistoß im 16er des Hsv’s.

Der Bayern Verteidiger Anderson zog aus sechs Metern ab und wuchtete den Ball ins Netz.

Aus und vorbei. Die Schalker wurden zum „Meister der Herzen“ und die Bayern sicherten sich ihren gefühlten 40. Meistertitel. Was für eine Dramatik, was für Emotionen und was für ein Glaube an das Wunder bis zum Schluss aus Münchner Sicht.

Oliver Kahn rannte nach dem Tor zur Eckfahne, zog sie raus und feierte sich und die Welt. Bilder die sich bei jedem ins Hirn gebrannt haben. Bayern, Bayern immer wieder diese Bayern.

Aber genau dieser ausgesprochene Satz von Oli Kahn, sollte bei jedem von uns in den Köpfen sein. Niemals aufgeben, so enttäuschend auch manche Dinge verlaufen, der Wille entscheidet und das Vertrauen in die fußballerische Zukunft. Der Erfolg kommt nicht von Montag auf Dienstag sondern muss sich entwickeln. Rückschläge müssen einkalkuliert werden und entscheidend ist, wo man am Ende einer Saison steht.

ZUM SPIEL

Am Sonntag, den 18.09.2016, begrüßten wir unsere Gäste aus Staaken. Eine Mannschaft die seit Jahren  ein fester Bestandteil in der Berlin Liga ist und in der aktuellen Saison mit einem Auge nach oben schielt. Tabellenplatz Vier vor dem Spiel zeigte schon, dass wir auf eine starke Truppe treffen würden. Besonders hervorzuheben ist ihre nachhaltige Arbeit. Man setzt überwiegend auf die eigene Jugend und erzielt damit gute Ergebnisse. Ein Vorbild für viele Vereine, auch für uns.

Der Anpfiff erfolgte um 11:02 Uhr auf unserem Rasenplatz und für uns war klar, dass Staaken nicht abwartend spielen würde sondern von Beginn an das Zepter fest in die Hand nehmen wollte.

Bei uns fand nach langer Grippe Marco Fink zurück ins Team und besetze die Zentrale Rolle im defensiven Mittelfeld. Maurice zog auf die RV Postion und Leon verdiente sich seinen Weg in die Stammformation. So weit, so gut.

In den ersten Minuten spielte nur Staaken. Wir fanden, wie schon in der Woche zuvor, keinen Weg in die Zweikämpfe zu kommen und machten es unserem Gegner durch Unkonzentriertheit im eigenen Spielaufbau extrem einfach. Der Weg nach vorne bei eigenem Ballbesitz war wie vernagelt und somit kam Staaken in den ersten 14 Minuten unserem Tor immer näher. Fehlpässe und fehlende Konzentration pflasterten unseren Weg. In der 15 Minute war es schließlich Gigold, der nach langem betteln unserer Defensive, den Ball zum ersten mal in unserem Tor unterbrachte.

0:1

Ein Startschuss für Staaken uns nun komplett zu beherrschen. Sie erspielten sich Chance um Chance und hatten gefühlte 90% Ballbesitz. Unsere Bemühungen waren nicht zu sehen. Wir kamen in jedem Zweikampf zu spät und wirkten zu hektisch und unerfahren. Bis zu einem hellen Moment in der 21. Minute. Durch einen gut vorgetragenen Konter über unsere Rechte Seite, landete der Ball flach vor den Füßen von Jung, der den Ball ohne zu zögern unter die Latte hämmerte.

1:1

Auch wenn Staaken bisher das Spiel völlig kontrollierte, zeigten sie auf ein mal Nerven. Wir stellten die Räume enger und attackierten etwas früher. Zu verdanken war es auch dem Selbstbewusstsein wovon alle auf dem Platz jetzt mehr besaßen. Zwar hatte Staaken immer noch mehr Ballbesitz nur davon profitierten sie nicht mehr. Doch unser Mut hielt nicht lang.. Ein langer Ball aus dem linken Halbfeld brachte das nächste Gegentor. Bengt sprang hoch und verlängerte die Flanke unglücklich auf den Fuß von Gigold, der es sich nicht nehmen ließ und seinen zweiten Treffer erzielte.

1:2

Halbzeit.

Für uns Zeit, um auf einige Dinge einzugehen und der Mannschaft mit auf den Weg zu geben, das wir viel konzentrierter sein müssen und den Gegner nicht einladen dürfen. Unterm Strich stand ein 1:2 und die Gewissheit, das wir noch im Spiel waren. Wir stellten etwas um und wechselten Kenny für Thomas Meißner ein.

Staaken kam sofort wieder in die Gänge und engte uns ein. Der Unterschied der Erfahrung war klar zu erkennen, auf alles hatten sie eine Antwort, obwohl wir ihnen auch nicht wirklich Fragezeichen ins Gesicht zauberten.

In der 53. Minute war dieses Fragezeichen allerdings besonders im Gesicht unseres, an diesem Tag überragenden, Torhüters Florian Gabriel. In einer Eins gegen Eins Situation kam Flo raus und spitzelte dem Stürmer den Ball vom Fuß, als dieser gerade abschließen wollte. Zwar traf er im Nachhinein auch den Gegner, aber eben klar vorher den Ball. Trotzdem gab es den Elfmeter und somit das Gegentor.

1:3

Während unsere Spieler sich noch schüttelten, setzte es schon den nächsten Schlag in der 57. Minute.

1:4

Bitter war, dass wir, vor dem erneuten Gegentreffer, eine große Möglichkeit zum Anschlusstreffer hatten. Timo chippte den Ball durch die Viererkette von Staaken und die Spieler Engelhardt und Jung rannten alleine auf das gegnerische Tor zu, doch der Schiedsrichter Pfiff zurecht Abseits, denn leider war es Jung, der sich den Ball schnappte und dem nicht im Abseits stehenden Engelhardt somit die Chance nahm.

In der 67. Minute war es wieder Jung, der einen Abspielfehler des Innenverteidigers nutzte und kaltschnäuzig den Ball im Tor unterbrachte.

2:5

Es lief aber an diesem Tag weiterhin nichts zusammen. Staaken zog weiter seine Kreise und kam noch zu weiteren guten Möglichkeiten. Wir waren so von der Rolle, dass wir katastrophale Fehler begangen. Pässe, die wir so alle noch nie gesehen haben. Wahnsinn.

So war es nicht verwunderlich, das unsere Gäste noch mal nachlegen konnten und durften.

In der 73. Minute war es Kammer, der den Endstand perfekt machte.

2:6

In der 79. Minute sah unser Spieler Samuel auch noch die Gelb-Rote Karte, weil er der Nachforderung des Schiedsrichters beim Stand von 2:6, „ kommen Sie her zu mir“, nicht nachkam. 90% Frustration und leider auch kein Fingerspitzengefühl des jungen Schiedsrichters. Passt aber zu unserem Spiel.

Spielende.

Lange und leere Gesichter und ein Hauch von Fassungslosigkeit. Klar muss man neidlos anerkennen, dass Staaken das absolut bessere Team und für uns diesem Tag einfach eine Nummer zu Groß war. Doch die Stimmung war berechtigter Weise völlig im Keller, denn wir wissen alle das es besser geht.

Nur jammern Hilft nicht und nach Sechs Spieltagen ist eine Saison auch noch nicht vorbei. Wir werden noch viele Situationen haben, wo die Enttäuschung überhand nimmt und wo die Verärgerung groß sein wird, doch genauso werden wir wieder Siege gemeinsam feiern und der Freude freien Lauf lassen. Das ist nun mal Fußball, bespickt mit Höhen und Tiefen und besonders wenn es mal nicht läuft, muss der Zusammenhalt noch stärker werden und der Wille noch größer, denn wie sagte einst unsere Torwartlegende:

„Weiter, weiter, immer weiter“

So siehts aus, Oli.

Zusatz:

Nochmal alles Gute nachträglich zum Geburtstag Calli Engelhardt und vielen Dank, was du für den Verein und die Erste Herren vollbringst. Wir ziehen den Hut vor dir.

Deine 1. Herren