DJK Schwarz-Weiss Neukölln 1920 e. V.

1.Herren: Na bitte es geht doch

DJK I vs Eintracht Mahlsdorf

Endstand

2:0

Tore:

1:0, 30’ Minute, M. Jacobsen
2:0, 86’ Minute, M. Jacobsen

„Jacobsen und seine Rasselbande“

Wenn man Maurice Jacobsen jeden Dienstag und Freitag auf das DJK Gelände fahren sieht und er sich erst mal kurz im Casino blicken lässt, bevor das Training beginnt, dann merkt man immer schnell, das da einer erscheint, der schon so einiges im Fußball gesehen und erlebt hat. Sachlich in seinen Analysen, ruhig in seiner Ausstrahlung,immer ein lächeln und häufig für einen Spruch gut.

Auch in der Kabine gehört er nicht zu denjenigen, die durch laute Musik, lautes Gerede oder Geschichten erzählen auffallen. Im Gegenteil. Meist zieht er sich um,sitzt noch einen Augenblick da und schüttelt grinsend den Kopf. Die älteren Spieler wissen was er damit meint, die jungen Typen eben und davon haben wir einige.

Aber was vor allem auffällt, sobald „ der alte Mann“ den Platz betritt, kann man sich sicher sein, das er sich voll reinhängt. Er ärgert sich, wenn ein Pass nicht ankommt, er brüllt, wenn er eine Chance versiebt, er tritt Hütchen weg, wenn was nicht gelingt und hat immer folgenden Satz parat, wenn ein junger Spieler ihn mal im Zweikampf kopflos attackiert:

„ Mach das doch ein mal so im Spiel man, ein mal, nicht nur hier im Training“.

33 Jahre alt, überall Schmerzen, aber sobald es um Fußball geht, um die Mannschaft, um das Spiel, um Verbesserungen, um Einstellungen und um den Willen, geht Maurice voran und das nicht, weil man ihn darum bittet sondern weil das sein Charakter ist und er es so gelernt hat in seiner Fußballkarriere. Das ist eben Maurice Jacobsen und wenn Eintracht Mahlsdorf ihn vor dem Spiel nicht auf dem Schirm hatte, so wird ihnen der Name nach dem Spiel bestimmt im Kopf bleiben. Dafür hat er selbst gesorgt zusammen mit seiner Rasselbande von DJK.

Zum Spiel

Nach der herben Niederlage gegen den Tabellenführer aus Staaken, war vor allem eines wichtig. Ruhe bewahren und den Weg den wir eingeschlagen haben konzentriert weiter gehen. Wie ich schon vor einer Woche geschrieben habe, es wird immer mal wieder Rückschläge geben, nicht alles ist innerhalb kürzester Zeit zu ändern, wer jedoch die Niederlage gesehen hat, der hat auch bemerkt das wir nicht an unserer Einstellung oder an unserem Willen gescheitert sind sondern einfach mal daran, das wir fußballerisch einen Rabenschwarzen Tag erwischt hatten und alleine das muss man einfach mal akzeptieren. Nicht draufhauen, nicht rumbrüllen und alles in Frage stellen sondern den Jungs die Möglichkeit geben, es besser zu machen.

Mit Mahlsdorf hatten wir den nächsten schweren Brocken vor der Brust. 17 Spiele ungeschlagen, beste Rückrundenmannschaft und sie stellten und stellen, den besten Torschützen aus der Liga.

Zorn, 27 erzielte Treffer. Ist mal ne Aufgabe, den in Zaum zu halten.

Wir mussten, aufgrund der fünften Gelben Karte von Robert Kruk, in der Innenverteidigung etwas umstellen. Matteo Günther übernahm seinen Part.

Auch in der Zentrale waren wir gezwungen zu reagieren. Unser Spielmacher Timo Osinski viel krankheitsbedingt aus. So kam Cüneyt Gündogdu zu seinem Startelfdebüt und im Tor ersetze Ken Kai Schulze den an der Schulter verletzten Florian Gabriel.

Als der Schiedsrichter um kurz nach Elf das Spiel anpfiff, war bereits nach einer Minute klar, heute wird’s besser, denn wie man so schön von unseren Zuschauern hören konnte:

„ Letzte Woche lagen wir jetzt schon mit 0:1 zurück“

Augenzwinkern muss sein. Gehört dazu.

Allerdings viel den Zuschauern noch etwas auf, die Mannschaft hatte gelernt. Keine Unkonzentriertheiten, sofort präsent in den Zweikämpfen und Spielanteile, die auch noch in Torchancen umgesetzt worden sind. So kam ein Spiel zu Stande, das sich vorher kaum einer ausgemalt hatte von den Außenstehenden.

Die langen Bälle der Mahlsdorfer wurden zwar nicht komplett unterbunden, das war auch nicht das Ziel, aber ihnen wurde die Zeit genommen, diese Bälle kontrolliert und punktgenau zu spielen und das war unser Anliegen. Wenn jemand einen Spieler wie Zorn in seinen Reihen hat, ist relativ klar, das man immer wieder versucht eben jenen zu suchen und somit entwickelte sich zwischen dem Stürmer der Gäste und unserem in der Rückrunde sehr starken Innenverteidiger Bengt ein kleines Privatduell. In der achten Minute und nach einer Balleroberung in unserer Zentrale, war es Maurice, der durch einen schnellen öffnenden Pass zum Abschluss kam. Leider war der Winkel zu Spitz für seinen versuchten Lupfer über den Torhüter, doch was noch viel wichtiger war, die Gäste merkten, das wir nicht die gleiche Mannschaft aus der Hinrunde waren, die sie mal eben mit 6:0 damals nach Hause schickten.

Wir hatten einen Plan, den Willen und den Glauben für eine Überraschung sorgen zu können und dieser Glaube wurde im Spiel von Minute zu Minute stärker.

Natürlich haben wir Mahlsdorf nicht in Grund und Boden gespielt und auch ihr Spiel ließ sich nicht komplett verhindern, aber wir waren auf Augenhöhe mit der Tendenz eher das 1:0 erzielen zu können als sie. Der Gegner wurde meist nur über Standardsituation gefährlich, die zum größten Teil Ken im Tor sehr gut vereitelte.

So war es nicht verwunderlich, das wir durch eine erneute Balleroberung in der Zentrale und einem schnellen Umschaltspiel den Führungstreffer erzielten. Yusuf schaltete blitzartig im Kopf und spielte einen langen Pass hinter die Abwehrreihe des Gegners, wo Maurice im richtigen Moment startete und dieses mal sollte der Heber sitzen.

1:0, 30’ Minute, Jacobsen ( Vorlage Cebeci)

Wie sagte Ricardo so schön nach dem Spiel: „ Nach 5 Minuten haben wir bemerkt, das es ein guter Tag werden kann für uns“. Recht hatte er.

Mahlsdorf versuchte es immer wieder über lange Bälle, Standardsituationen und Härte, doch es sprang bis dato nichts dabei heraus. Wir hingegen wirkten abgeklärt, selbstbewusst und auch wenn wir mal den Ball hergaben, holte sich ihn unsere Defensive immer wieder. Unbewusst oder bewusst zermürbten wir den Gegner.

Halbzeit

In der Pause, war natürlich die Stimmung anders als noch vor ein paar Tagen bei Staaken. Unsere Jungs waren aber nicht euphorisiert sondern positiv konzentriert. Wir wussten das Mahlsdorf ihren Spielstil nicht ändern wird, aber wir waren uns bewusst das sie mehr Schnelligkeit und Aggressivität in die zweiten 45 Minuten packen werden.

Und so kam es auch. Sie erhöhten den Druck und wurden wesentlich giftiger, aber nicht unfair. Wir standen wieder etwas zu tief und überließen in den nächsten 25 Minuten dem gegen mehr Räume und wie schon gegen Empor und Stern, fehlte uns die Ruhe am Ball. Zu schnelle Ballverluste, viel zu wenig Kontrolle und Passqualität. Doch der Wille und Ehrgeiz blieb weiterhin bei 100%. Matteo und Bengt machten ihre Sache überragend in der Innenverteidigung, Ricardo und Yusuf stopften jegliche Löcher und gewannen Kopfballduelle, die sie aufgrund ihr Körpergröße hätten gar nicht gewinnen dürfen, aber so ist das, wenn man an sich glaubt und sich voll reinhängt.

Eine strittige Szene für unseren Gast gab es in der 76. Minute als Zorn bereits zum zweiten mal im Strafraum zu Fall kam. In der ersten HZ hatte er dafür bereits die Gelbe Karte gesehen aufgrund einer angeblichen Schwalbe, jetzt entschied der Schiedsrichter wieder nicht auf Elfmeter zum Unmut des Stürmers.

Das Spiel plätscherte niveauvoll vor sich hin und wir machten uns schon alle auf eine druckvolle und emotionale Schlussphase bereit als die Abwehr von Mahlsdorf sich einen seltenen Aussetzer erlaubte. Ein kurzer Rückpass wurde auf dem stumpfen Geläuf eine Einladung für Maurice, der die Situation schnell erkannte und den Ball am Torwart vorbei spitzelte und zum 2:0 erhöhte. Die Krux an der Sache ist, das Maurice sich immer zurecht über diesen stumpfen, trockenen Platz beschwert, weil er schlecht für die Gelenke ist und die Passqualität darunter auch leidet, in diesem Fall wird er ihn für einen ganz, ganz kurzen Moment doch geliebt haben.

2:0, 86’Minute, Jacobsen

Alle waren am jubeln, die Fans am Klatschen, anfeuern, brüllen, ausrasten. Gutes Gefühl.

Unser Gegner hingegen, versuchte noch mal mit langen Bällen in die Endzone zukommen, aber unsere Jungs regelten das wie schon in den 86. Minuten zuvor, sehr leidenschaftlich und konzentriert.

in der 97. Minute pfiff der Schiedsrichter dann ab. Anscheinend hatte er gefallen an dem Spiel, anders können wir uns die lange Nachspielzeit nicht erklären.

Aus.

Man mag es nicht glauben, aber seit dem 16. September war Mahlsdorf ungeschlagen. Bis jetzt. Wahnsinn und für unsere Jungs wie Balsam nach der 0:8 Niederlage der vergangenen Woche. Dieser Sieg war ohne DJk Brille völlig verdient.

Doch wie schon gegen Staaken, steht eines fest, letzte Woche haben wir nur drei Punkte verloren und dieses Mal haben wir NUR drei Punkte gewonnen. Lasst uns realitätsnah bleiben. Klar sind Siege großartig und Niederlagen bitter, aber man sieht eben, Freude und Leid liegen nah beieinander. Das wird ein Kampf bis zum letzten Spieltag.

Nun müssen wir alle Kräfte sammeln und am kommenden Sonntag zu Tus Makkabi fahren. Wieder ein Pfund und harte Arbeit, die vor uns liegt.

#gemeinsameinziel

#nextstopmakkabi

#punktesammlerausneukölln

Dank an die Fans, ordentlich Lautstärke erzeugt und wieder alles reingehauen was ging. Danke euch.Top.

Ps

„Jacobsen und seine Rasselbande“ ist natürlich nicht abwertend gemeint Männer. Ihr seid ein geiler Haufen, aber für uns Älteren eben auch ne Bande von rasselnden Jungspunden…

In diesem Sinne

Weiter gehts