DJK Schwarz-Weiss Neukölln 1920 e. V.

1.Herren: Mal ein paar Worte vom Trainer

1. Herren DJK

Nach einer etwas längeren Schreibpause, nun wieder ein paar Worte zur Ersten Herren.

Die letzten Wochen waren wieder ein mal eine Mischung aus Jubel, Trubel, grausamer Ernüchterung und Erkenntnissen.

Nach einem grandiosen und verdienten Sieg gegen Mahlsdorf, folgte ein sehr ernüchterndes Spiel gegen Makkabi, das wir mit 0:2 verloren. Ein Tag, der mich stark an das Hinrundenspiel von Rudow erinnerte. Leblos, kopflos und kampflos, holte man uns auf den Boden der Tatsachen zurück. Es lief nichts zusammen, das begann schon vor dem Spiel und zog sich bis zu Abpfiff.

Es folgte Tasmania. Zwei Mannschaften, die sich noch Wochen zuvor einen erbitterten Kampf lieferten, aber auch damals gingen wir als Verlierer vom Feld und auch das Rückrundenspiel verloren wir mit 1:2. Beide Seiten erwischten keinen guten Tag und das Niveau, war sehr überschaubar. In unserer Situation eigentlich völlig irrelevant, denn es zählen nur Punkte allerdings zeigten wir keine besondere Leistung genauso wie der Gegner, was die Niederlage um so bitterer machte.

Die Osterspiele waren eröffnet. Die Berlin Liga scheint sich im Gegensatz zu den anderen Ligen für Wichtiger zu halten, sodass man dort am Karfreitag und Ostermontag Spiele ansetzte.

Unser erster Dank geht hier an unsere Ehefrauen, Freundinnen, Kinder und Verwandten, die in diesen Tagen zurückstecken mussten. Osterzeit ist Familienzeit und das sollte dem Verband bewusst sein und berücksichtigen. Hoffen wir auf gesunden Menschenverstand für die nächsten Ansetzungen.

Am Karfreitag durften wir bei Croatia, den Tabellen dritten, antreten und trotz Personalnot ( es fehlten Bengt, Kenny, Tom, Flo, Cüneyt, Matteo ), spielten wir in den ersten 45. Minuten einen sehr disziplinierten und temporeichen Fußball. Unser Gegner kam nicht zur Entfaltung, das war unser Verdienst. Selbst besaßen wir in 3-4 Situation schon mit 2-3 Toren in Führung zu gehen, doch die Nerven versagten das ein oder andere Mal. In der zweiten HZ zeigte sich dann Bild, das viele so nicht hatten kommen sehen. Relativ Früh holte sich Croatia einen Platzverweis ab, um dann besseren und schnelleren Fußball zu spielen. Wir verstanden es nicht den Gegner und den Ball laufen zu lassen und zogen uns immer weiter zurück. Der Gegner konnte machen was er wollte und wir schauten nur zu oder gaben Begleitschutz. Keine Ruhe, kein Selbstbewusstsein, Kein Mut und keine Kommunikation.

Wir verloren mit 0:3 und rangen nach dem Spiel um Fassung. Die Gesichter waren wie eingefroren, die Köpfe leer.

Als wir dann auch noch erfahren hatten, dass Dynamo gegen Blau Weiß gewann, war der Tag gelaufen und die Köpfe und Beine schwer wie Blei und das alles vor dem Ostermontag Spiel gegen unseren Konkurrenten Dynamo Berlin. Das muss man alles erst mal innerhalb von 48 Std. verarbeiten.

Wir können jetzt darüber reden, was wir unternommen haben, klar, vereinzelnd Gespräche geführt, die Köpfe versucht wieder frei zu bekommen, aber in erster Linie war es die Mannschaft selbst, die zeigte, das sie mental stark genug war und ist, die Dinge so zu nehmen, wie sie sind. Im Fußball darf man sich nicht aufgeben und auch wenn die Vergleiche hinken, aber aktuell sehen wir Beispiele wie Werder Bremen, Ingolstadt, HSV und selbst Darmstadt, die abgeschlagen waren oder sind und doch immer wieder das Blatt drehen und an sich glauben. Das ist Wille und Teamstärke pur.

Vor dem Spiel gegen Dynamo lagen wir drei Punkte hinter dem ersten Nichtabstiegsplatz und man hörte schon die uralten Kommentare:

„ Das wichtigste Spiel der Saison“

„ ein 6 Punkte Spiel“

„ wenn das verloren wird, wird das nichts“

„was passiert wenn…“

„ihr MÜSST Dynamo schlagen“

Vorne weg bei diesen Aussagen, die Regionale Presse.

Ich habe selbst als Spieler und Trainer schon so einige Dinge erlebt, ich weiß, ihr Leser noch mehr:): Aufstiege, Abstiege, Vereine die sich und ihr Vorhaben wichtiger nahmen als den Fußball selbst, Mannschaften, die bei Erfolg Versprechungen abgaben und sich in den Armen lagen und als der Misserfolg eintrat, kannten sie sich alle nicht mehr und natürlich die berühmten Schulterklopfer.

Deswegen kann ich beruhigt und mit Gewissheit sagen, 6 Punkte Spiele gibt es nicht, es gibt nicht DAS wichtigste Spiel, alle sind wichtig, wenn man in der Liga bleiben möchte. Wenn ein Spiel verloren wird, dann ist das so im Fußball, das macht einen Coach oder einen Spieler auch nicht zu einem besseren oder schlechteren Menschen und von MÜSSEN, kann und darf eh keiner reden.

Wir fahren alle gut damit, nach Siegen am Boden zu bleiben und nach Niederlagen Ruhe zu bewahren. Wer in Hektik oder Aufgabe verfällt, der darf sich dieser Sportart nicht widmen, wir können Dinge respektieren, aber um besser zu werden dürfen wir sie nicht akzeptieren und wir sollten immer daran denken woher man kommt und was aber noch zu erreichen ist. Besonders was in den nächsten Jahren in dieser jungen Mannschaft für Entwicklungspotenzial stecken kann, wenn man realitätsnah bleibt und bemerkt, das wir alle keine Millionen mit dem Fußball verdienen und verdienen werden. Wollen wir Erfolg und Verbesserung, selbstverständlich, aber was an erster Stelle im Amateursport stehen muss ist der Spaß, der Zusammenhalt, die Entwicklung, die Erfahrung und die Einstellung und da entsteht in unsere Truppe von Woche zu Woche mehr und mehr, der Erfolg kommt dann automatisch.

Und genau deshalb ist es für uns als Mannschaft auch immer schwer zu verstehen und zu hören, wenn wir Gegner schlagen und es heißt:

„Die Anderen waren aber auch nicht gut heute“

Möglich, vielleicht waren wir aber auch einfach mal besser.

Wir bezwangen also völlig verdient unseren Mitkonkurrenten Dynamo und zogen „Punkte- Technisch“ wieder mit ihnen gleich. Das noch schlechtere Torverhältnis hält uns allerdings auf einem Abstiegsplatz fest. Nun sind es noch 8 Spiele, 24 Punkte zu vergeben und das Feld ist Dicht zusammen.

26 Punkte Al Dersim
22 Punkte Dynamo
22 Punkte DJK

Es wird ein Kampf bis zum Letzten, ein Auf und ein Ab und wir werden alles erdenkliche geben, um die Liga zu halten. Diese Erwartungen haben wir an uns und diese Erwartungen werden wir auch erfüllen.

Für uns, für euch, für den Verein.